Negative Verhaltensmuster erkennen
Lina: „Ben, ich weiß, dass du gerade viele Projekte parallel hast, aber ich bitte dich wirklich, dieses Abstimmungsgespräch nicht wieder zu verschieben.“
Ben: „Ich verschiebe nichts. Du bist doch die, die wochenlang nichts sagt und dann plötzlich mit Vorwürfen kommt.“
Lina: „Ich hab dir mehrfach signalisiert, dass ich das Gespräch für wichtig halte. Du hast nie reagiert.“
Ben: „Weil du es immer nur andeutest. Wenn du etwas brauchst, dann sag es halt klar. Ich kann dir nicht ständig deine Anliegen aus der Nase ziehen.“
Lina: „Ich habe es klar gesagt. Mehrfach.“
Ben: „Na wenn du meinst. Ich erinnere mich anders.“
Lina: „Letztes Mal hast du sogar geschrieben: ‚Dann schick mir halt eine Mail, ich hab keine Zeit für Emotionen.‘“
Ben: „Ja, weil ich keine Zeit hatte. Das war nichts Persönliches. Aber du musst auch mal akzeptieren, dass ich anders kommuniziere.“
Lina: „Es geht nicht um anders. Es geht darum, dass du mir immer das Gefühl gibst, falsch zu sein mit dem, was ich einbringe.“
Ben: „Vielleicht bist du ja auch einfach zu empfindlich. Hast du darüber mal nachgedacht?“
Lina: „Das ist genau diese Umkehr. Ich versuche dir mitzuteilen, wie ich Situationen erlebe – und du stellst es so dar, als sei mit mir etwas nicht in Ordnung.“
Ben: „Das ist deine Interpretation. Ich sage nur, dass du manchmal übertreibst. Du weißt doch, wie du manchmal wirkst.“
Lina: „Ben, ich habe das Gefühl, ich stoße auf eine Mauer. Es gibt kein wirkliches Zuhören.“
Ben: „Weißt du was? Ich hab ehrlich versucht, die Zusammenarbeit im Projekt konstruktiv zu gestalten. Aber du willst offenbar nur zeigen, dass ich ständig Fehler mache und du es besser weißt. Das ist kein Austausch, das ist ein Angriff.“
Lina: „Es geht mir nicht ums Gewinnen. Ich wünsche mir einfach, dass du Verantwortung für dein Verhalten übernimmst.“
Ben: „Für was genau? Dafür, dass ich dir nicht jeden Wunsch von den Augen ablese? Sorry, ich bin dein Kollege, nicht dein Coach.“
Lina: „Für Aussagen wie: ‚Das ist naiv‘ oder ‚Du brauchst halt Drama‘. Für das ständige Unterbrechen. Für das Lachen, wenn ich etwas Ernstes sage.“
Ben: „Also bitte – du stellst mich hin, als wäre ich ein Unmensch. Vielleicht solltest du mal deine Art zu kommunizieren reflektieren. Ich fühle mich da ehrlich gesagt manipuliert.“
Lina: „Ich finde es hart, dass du nicht einmal in Betracht ziehst, dass deine Worte verletzend sein könnten.“
Ben: „Doch, aber du machst immer gleich ein Riesending daraus. Du lässt mir gar keinen Raum, auch mal Fehler zu machen. Bei dir wird alles sofort moralisch aufgeladen.“
Lina: „Ich lasse dir keinen Raum? Du bist derjenige, der jedes klärende Gespräch abblockt, sobald es unbequem wird.“
Ben: „Vielleicht, weil du mich in die Ecke drängst. Ich habe keine Lust, mich nach der Arbeit wie in einem Kreuzverhör zu fühlen.“
Lina: „Ich wollte dir einfach ehrlich sagen, wie ich mich mit der Zusammenarbeit fühle.“
Ben: „Dann schreib’s halt in dein Projekttagebuch. Ganz ehrlich: Ich kann mit diesem Emotionskram nichts anfangen. Ich arbeite lieber faktenbasiert. Vielleicht passt du einfach besser in ein anderes Team.“
Lina: „Ben, das ist keine sachliche Kommunikation. Das ist persönliche Abwertung.“
Ben: „Dann nimm halt alles persönlich. Vielleicht passt du einfach nicht in unsere Arbeitskultur.“